Ich hatte ja inständig gehofft, dass der Garten verschont bleibt, aber jetzt sind sie da: Die Schnecken. An sich ist der Garten recht isoliert, aber u.a. durch das Mulchen steigen ja die Chancen, dass die Spanische Wegschnecke ihren Weg zu den Pflanzen findet.
Das gemeinste am Anfang war, dass man sie bei schönen Wetter gar nicht so wahrnimmt, weil sie nachtaktiv sind. Nur der eine oder andere Setzling ist am Morgen plötzlich verschwunden.
In der Permakultur heisst es, es gibt keine Probleme, kein Unkraut, keine Schädlinge. Es bedeutet „nur“, dass in Bezug auf den Nutzen des Gartens für den Menschen etwas aus dem Gleichgewicht ist. Und das ist es auch. (Vermutlich) Mit dem Mulchmaterial wurden die Schnecken an einen Ort gebracht, in dem zunächst noch nichts gewachsen ist. Dann kamen die Setzlinge: Tomaten, Kräuter, Salat und so weiter. Was sollen die Schnecken denn sonst fressen, wenn sie schon da sind?
Im Moment werden die Schnecken eher noch als „Problem“ und nicht als Teil des Systems behandelt. Pflanzen mit Kaffee besprühen, die berüchtigten Biertassen sind im Einsatz, Sägemehl und ungelöschter Kalk kommt eventuell noch. Man wird sehen, wie sich das entwickelt.
Was gibt es für Alternativen? Nur eine Vermutung: Wenn der Garten insgesamt „lebendiger“ wäre (Lebendmulch zum Beispiel), wären im Moment die Setzlinge nicht die einzige Nahrung für die Schnecken. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie ausgerechnet auf den jungen Basilikum oder die Tomaten gehen, wäre eventuell geringer. Gern werden Fressfeinde der Schnecken „ins Feld geführt“, aber Enten oder Igel wären hier eher arm dran.
Da ohne Zweifel von der Ernte des Gartens zum Glück nicht mein Überleben abhängt, kann ich es als „Lernspiel“ sehen, beobachten und versuchen, das ganze als System zu verstehen und entsprechend zu handeln. Das fängt bei kleinen „Übungen“ an, wie loszulassen, wenn einer „meiner“ Setzlinge, den ich „mühevoll“ hochgepeppelt habe, von Schnecken gefressen oder nur angeknappert wird und dann abstirbt.
Update: Im Moment bewährt sich, einfach in der Nacht nochmal mit Taschenlampe den Garten abzusuchen und die Schnecken einzuklauben, unter Tags verstecken sie sich einfach zu gut.
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